Domino/Konsumieren – ökologische Herstellung

Konsumieren 

Wir alle konsumieren, jeden Tag der Woche. Sei es Nahrung, Kleidung oder Ressourcen. Laut dem Statistischen Bundesamt geben die Deutschen im Durchschnitt außer für Wohnung und Energie am meisten Geld für Lebensmittel, Getränke, Tabak aber auch für Kleidung und Schuhe aus. Auch Freizeit, Unterhaltung und Kultur ist mit einem großen Prozentsatz dabei. Natürlich sind viele Dinge davon wichtig für das tägliche Leben. Jedoch ist es oft auch ein bisschen mehr. Da ist es doch mal das eine paar Schuhe mehr oder doch mal zwei Pullis anstatt nur einer, weil der zweite doch so schön war. Die meiste Zeit machen wir uns über die Dinge, die wir konsumieren keine Gedanken. Woher stammt das Gemüse aus dem Supermarkt? Wer produziert die Kleidung, die ich zu oftmals geringen Preisen kaufen kann? Was braucht man alles für die Herstellung von Fleisch?

 

Konsum ist eine sehr paradoxe Angelegenheit. Oftmals können wir ihm nicht widerstehen, vor allem wenn es um Güter geht, die nicht unbedingt das alltägliche Leben sichern, sondern mit denen wir Emotionen und Bedürfnisse befriedigen. Andererseits möchten wir, dass diese Produkte nachhaltig und ökologisch sein sollen. Aber funktioniert das immer so? Vielen Menschen ist es nicht bewusst, wie Dinge des Alltags produziert werden. In vielen Bereichen der Lebensmittelindustrie jedoch findet schon lange ein Umdenken statt und es wird mit ökologischer Herstellung geworben und viele Menschen sind schon bereit, für eine nachhaltige Qualität auch einen gewissen Preis zu zahlen. So gibt es für Produkte bestimmte Gütesiegel, die auf eine nachhaltige Produktion o.ä. hinweisen sollen. Ein Siegel bspw. ist Fairtrade. Produkte mit diesem Siegel stammen aus fairem Handel, bei dem darauf geachtet wird, dass soziale und ökologische Kriterien eingehalten werden. So werden Produzenten und Arbeiter mit einem garantierten Mindestlohn bezahlt, um ihnen eine Lebensfinanzierung zu ermöglichen und es einen direkten Handel mit den Produzenten gibt ohne Zwischenhändler. Produkte sind unter anderem Kaffee und Reis, aber auch Baumwolle wird fair gehandelt. Die Rohbaumwolle, die in Produkten verarbeitet wird, ist so bis zu ihrem Ursprung verfolgbar.

 

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Das ist in der Textilindustrie im Allgemeinen leider nicht immer möglich. Die Kleidung enthält oftmals nur Informationen welche Stoffe verarbeitet wurden und in welchem Land sie produziert wurde. Unter welchen Bedingungen wurde meine Kleidung produziert? Wie lange hat die Produktion gedauert? Wie weit war der Weg meiner Kleidung? Zahle ich einen angemessenen Preis, um diese ganzen Kosten zu decken? In der Textilindustrie gilt leider oftmals je billiger desto besser. Billigmarken sprießen wie Unkraut aus dem Boden und bieten Kleidung zu einen so geringen Preis an, dass einem schon deshalb klar sein sollte, dass die Produktion und die Bedingungen, die damit verbunden sind, nicht ganz in Ordnung sein können. Trotzdem haben solche Marken einen steigenden Absatz. Nichtsdestotrotz gibt es auch hier immer mehr Firmen und Organisationen, die auf nachhaltige Produktion setzen und sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen einsetzen. Wie kann man potenziellen Konsumenten die Bedingungen klar machen und aufzeigen, dass sich etwas ändern muss? Die Organisation „Fashion Revolution“ hat zu diesem Problem ein „Social Experiment“ gemacht. Das Experiment sah so aus, dass in einem Automaten, der in Berlin aufgestellt wurde, T-Shirts für 2 € angeboten wurden. Vorbeigehende Passanten konnten Geld einwerfen und sich aus jeder erdenklichen Größe ein Shirt auswählen. Doch anstatt des T-Shirts bekommt man auf einem Bildschirm einen Film gezeigt. Das Video zeigt die katastrophalen Bedingungen auf, unter denen beispielsweise Arbeiter in Bangladesch Kleidung nähen. Von Kinderarbeit und Frauen, die auf engstem Raum zusammen gepfercht Kleidung nähen für nur wenige Cent am Tag, ist alles dabei. Nach dem Film kann sich dann der Passant dafür entscheiden, ob er die 2€, die er zuvor in den Automat geworfen hat, spenden will oder trotz alledem das T-Shirt möchte. Laut den Verantwortlichen hätten sich von 150 Passanten, die an dem Experiment teilgenommen haben, 90% dafür entschieden, das Geld zu spenden.

 

Fashion Revolution ist eine Organisation die auf die Missstände aufmerksam machen möchten. Als ausschlaggebenden Punkt nennen sie die Rana Plaza Katastrophe in Dhaka, Bangladesch. Am 24. April 2013 stürzte dort eine Fabrikhalle ein, in der zum größtenteil Textilfirmen untergebracht waren. Trotz der Tatsache, dass am Vortag Risse im Gebäude entdeckt wurden und das Gebäude von der Polizei gesperrt wurde, befanden sich am 24. April fast 3.000 Menschen darin. Das Gebäude stürzte am Morgen in sich zusammen. Bei diesem Unglück starben mehr als 1.100 Menschen. Fast doppelt so viele wurden verletzt, verloren Arme oder Beine und können ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen. Dieses Unglück unterstreicht die schlechten Bedingungen, unter denen unsere Kleidung in diesen Ländern gefertigt werden.Whomademyclothes_01

 

Die Organisation will zudem unter dem Hashtag #whomademyclothes für mehr Transparenz kämpfen und die Menschen involvieren neugierig zu sein und zum Nachdenken anregen. Sie sollen dazu animiert werden, Dinge zu hinterfragen was ihre Kleidung und die Herstellung und die dabei laufenden Bedingungen angeht, denn durch das Kaufen billiger Kleidung werden oftmals die schlechten  Bedingungen „unterstützt“. So können Unfälle wie bspw. in Bangladesch passieren und das sollten wir verhindern.

 

 

 

 

 


 

Hier findet ihr das Video zu dem Experiment

https://www.youtube.com/watch?v=KfANs2y_frk


 

Quellen für faire Kleidung

http://fashionrevolution.org

http://www.cleanclothes.org


 

Zahlen & Fakten

https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/EinkommenKonsumLebensbedingungen/Konsumausgaben/Tabellen/PrivateKonsumausgaben.html


 

Quellen Bilder

1) http://www.amazedmag.de

2) https://instagram.com/p/2OamcCD8za/

3) http://fashionrevolution.org/resources/brand-guidelines-and-assets/