Domino/sich vermehren – Nachhaltigkeit

Nach langem Überlegen, kam ich zu einer interessanten Aufgliederung der Nachhaltigkeit in der Vermehrung. Um sich zu vermehren, braucht man zum Einen Nachhaltigkeit, gleichzeitig bedeutet sich vermehren aber auch Nachhaltigkeit.

 
Persönliche, materielle, seelische Nachhaltigkeit
Die erste Frage, die in der ersten Welt stattfindet, wenn man an einen zukünftigen Nachwuchs denkt, ist:
Bin ich wirklich bereit um Nachwuchs zu bekommen? Im Sinne dessen, ob mein Leben nachhaltig genug ist (sanierte Ökonomie, feste Arbeitstelle und Einkommen, in einer angenehmen Routine, in einem guten emotionalen Punkt…). Also ist die erste Nachhaltigkeitsebene die persönliche Lebensnachhaltigkeit. Das zeigt sich im Alter in dem man den ersten Nachwuchs bekommt, es steigt aber auch die Anzahl von Geburten und kinderlosen Deutschen. Viele Menschen verbinden mit Kindern offenbar eher Probleme. Bei einer Forsa-Umfrage von 2010 an rund 1000 kinderlosen Deutschen zwischen 25 und 45 Jahren erklärten 79 Prozent, das Leben sei ohne Kinder schon anstrengend genug. Andere fürchten offenbar, mit Kindern bleibe das persönliche Glück auf der Strecke. Viele Frauen entscheiden sich gegen Kinder und gegebenenfalls für eine berufliche Karriere.

 

Physische Nachhaltigkeit
Zusätzlich zur zuvor genannten Nachhaltigket gibt es die physische Nachhaltigkeit.
Ist mein Körper bereit Nachwuchs zu kriegen? Bin ich noch reif genug? Diese Frage ist ganz wichtig für Frauen, die ab Mitte 35 Mutter werden wollen, denn es gibt mehr gesundheitliche Risiken oder Schwierigkeiten schwanger zu bleiben. Diese Art von Nachhaltigkeit ist auch zu sehen, in dem man unbewusst bestimmte körperliche Merkmale attraktiv bei der Partnersuche findet. Zum Beispiel sind Männer von breiten Hüften angeregt, denn es soll ein Natursignal von Fruchtbarkeit sein. Frauen sind dagegen von grösseren Männer angetan, da diese sie ihr und ihr Kind in der Zukunft beschützen können.

 

Liebes- und Partnernachhaltigkeit
Danach kommt der Fall, den die Meisten kennen werden: die Nachhaltigkeit im Bezug auf die Liebesbeziehung und den Partner.
Funktioniert die Kommunikation zwischen uns beiden? Teilen wir dieselben Werte? Haben wir ein gemeinsames Lebensprojekt, dass für viele Jahre gelten muss? Haben wir beide Kompromiss und Motivation für den Anderen und für das zukünftige “wir”? Sind wir beide mit unsereme Alltagsleben sozial und ökonomisch für ein Kind bereit?

Genetische und existenzielle Nachhaltigkeit (“Für immer und ewig”)
Wenn man das ganz unpersönlich betrachtet, ist der natürlichste Grund der Vermehrung, sich weiterzupflanzen, damit die Menschenspezie solange wie möglich auf der Erde bleibt. Trotzdem vermittelt man auch sehr spezifische Gene, Werte und Persönlichkeit. Wer hat noch nicht davon gehört, “Du hast die schönen Augen deiner Oma und den Charakter deines Vaters geerbt”? Man ist, baut darauf und leitet die Erinnerungen, das Lernen, Wissen, Werte und das Erben von unseren älteren Generationen, Verwandten, Bekannten und allgemein unserer Umgebung weiter.

 

Familiäre Nachhaltigkeit
Wenn man eine Familie gegründet hat, weiss man, dass die Prioritäten des Lebens sich verändert haben. Man bevorzugt langfristige, sichere und nachhaltige Werte: man lernt unter anderem Sicherheit und ökonomische Stabilität zu schätzen. Ausserdem verändern sich die Konsumverhältnisse: man kauft z.B. mehr Hausmarken, die berühmten 2×1 Angebote oder Familiensparautos, um die Haushaltsökonomie nachhaltiger zu machen.
Ein anderes Merkmal, dass ich bei Grossfamilien erlebt habe, ist, dass die Organisation besser ist, als bei kleinen Familien, denn man lernt, dass Zeit sehr wertvoll ist und dass man intelligent wenig Platz mit vielen Menschen teilen muss. Die Not bringt die Kreativität ins Spiel und effiziente Lösungen werden gefunden.
Ausserdem antworten viele Eltern, dass es Dank den Geschwistern möglich ist, eine grosse Familie zu gründen.

 

Gesellschaftliche Nachhaltigkeit
Zuletzt bedeutet es auch, Nachhaltigkeit mit der Geschellschaft. Kurz gefasst, um ein nachhaltiges soziales System zu haben, muss man darauf achten, dass die Anzahl von jungen Menschen, die Älteren ersetzen können. Trotzdem muss man darauf achten, dass einen Menschen auf die Welt zu bringen auch bedeutet, dass man nicht nur Platz braucht, sondern auch Geld, Gebühren und allgemeine Ressourcen. Beispielsweise verbraucht jeder Deutsche durchschnittlich 500 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr (ohne Getränke) und verursacht dadurch auch Treibhausgase. Insgesamt trägt die Ernährung jährlich mit rund 2,1 Tonnen an klimarelevanten Emissionen pro Person zu den Treibhausgasemissionen durch privaten Konsum bei und liegt damit ungefähr in derselben Größenordnung wie bei den Emissionen durch Mobilität in Deutschland.

 

Interessante Links dazu:
http://www.bmub.bund.de/themen/wirtschaft-produkte-ressourcen/produkte-und-umwelt/produktbereiche/lebensmittel/
http://www.weltbevoelkerung.de/fileadmin/content/PDF/Bevoelkerung_natuerliche-Ressourcen_stiftung_weltbevoelkerung.pdf
http://www.spektrum.de/news/machen-kinder-gluecklich/1224122